Warum gibt es den Theologischer Kurs?
Im Herbst 1967 führte die Erzdiözese Freiburg den Theologischen Kurs Freiburg ein. Seitdem wird in der Regel jedes Jahr ein neuer Kurs in einer kirchlichen Region veranstaltet.
Für die Einführung des Kurses gab es verschiedene Gründe:
1. Über die Ergebnisse des II. Vatikanischen Konzils (1962-1965) informieren und sie verständlich machen.
- Vor dem Konzil wurden in der katholischen Kirche Gottesdienste vom Priester in lateinischer Sprache gefeiert. Nach dem Konzil werden Gebete und Lesungen in der Landessprache vorgetragen, weil die ganze versammelte Gemeinde in bewusster Teilnahme den Gottesdienst feiern soll.
- Im 19. Jahrhundert hatte sich die katholische Kirche teilweise von gesellschaftlichen Entwicklungen abgeschottet und sich in ein eigenes Milieu wie in eine befestigte Burg zurückgezogen. Im und nach dem Konzil begann die katholische Kirche wieder, sich als Volk Gottes zu verstehen, das mit allen Menschen durch die Geschichte wandert. Im Dokument des Konzils über die Kirche in der Welt von heute „Gaudium et Spes" (GS 1) heißt es;
- Im Unterschied zu der Zeit vor dem Konzil anerkennt die katholische Kirche jetzt Religionsfreiheit als Menschenrecht, weil der Mensch verpflichtet ist, nach der Wahrheit zu suchen und weil er das nur in Freiheit verantwortlich tun kann.
2. Interessierte an den Ergebnissen theologischer Forschung teilhaben lassen und religiöses und theologisches Grundwissen vermitteln.
Der Theologische Kurs orientiert sich an den Fächern und Inhalten des Theologiestudiums an der Universität.
3. Interessierten Christen die Möglichkeit geben, sich mit kritischen Anfragen an den Glauben auseinander zu setzen und den Glauben im Gespräch mit dem Wissen der Zeit zu begründen.
Seit 1960 veränderte sich die Nachkriegsgesellschaft: Viele Menschen aus Handwerk und Landwirtschaft gingen in die Industriebetriebe, Kinder erhielten längere schulische und berufliche Ausbildungen und übernahmen nicht mehr die Berufe ihrer Eltern, Zeitschriften, Hörfunk und Fernsehen beeinflussten Meinungen und Einstellungen, religiöses Brauchtum verlor wichtige Wurzeln im Alltagsleben und christliche Glaube war nicht mehr selbstverständlich.
4. Theologische Kenntnis und Kompetenz für ehrenamtliche Mitarbeit in Kirche und Gemeinde vermitteln.
Die Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland (1971-1975) erarbeitet Beschlüsse und Empfehlungen, wie die Anliegen des II. Vatikanischen Konzils auf verschiedenen kirchlichen und gesellschaftlichen Feldern verwirklicht werden können. Sie verändert z.B. das Leitbild der versorgten Gemeinde zu den der mitsorgenden Gemeinde und machte die Mitverantwortung aller Glaubenden für Kirche, Gemeinde, Gesellschaft und Staat eindringlich bewusst.
5. Theologische Grundausbildung bereitstellen z.B. für zukünftige Ständige Diakone, Gemeinderefereteninnen/Gemeindereferenten und Religionslehrerinnen/Religionslehrer an Grund-, Haupt- und Realschulen.
